Gefährliche Doublebinds

Gefährliche Doublebinds

Bei Doublebinds handelt es sich um ein Kommunikationsmuster, also um eine Art und Weise miteinander zu reden. Es gibt keine schöne Übersetzung ins deutsche, doch das Verständnis einer doppelten Bindung, trifft den Kern ganz gut. Doublebinds sind Zwickmühlen, die jedoch nicht auf den ersten Blick für jeden ersichtlich sind. 

Diese doppelte Bindung ist deswegen “gefährlich”, weil sie Dich verwirren. Es könnte auch sein, dass Du Wut oder Angst fühlst und nicht weißt warum. 

Wenn Du den Doublebind nicht erkennst. 

Damit Du sie in Zukunft erkennst, gibt es nun diesen Blogbeitrag.

Stell Dir folgendes Szenario vor: 

Es ist Frühling und Du fährst mit einer guten Freundin von einem herrlichen Spaziergang nach Hause. Das Wetter ist wunderbar und die Straßen sind trocken, weil die Sonne so schön scheint. Auf einmal registrierst Du eine Ölspur und bevor Du Dich versiehst, kommst Du auf ihr mit Deinem Wagen ins schlingern. Bei der nächsten Kurve trägt es Dich raus und Du hast einen Unfall. Minuten vergehen und langsam erwachst Du aus einer Art Starre. Du fängst an, Dich vorsichtig umzusehen. Ist das Dein Blut oder das von Deiner Freundin? Du traust Dich kaum, Dich zu bewegen. Da! Endlich! Die Polizei, ein Rettungswagen und ein Notarztwagen stoppen hektisch am Unfallort. Hilfe naht und Du fühlst die Erleichterung. Rettende Hände untersuchen Dich und ein Notarzt, der sorgenvoller nicht gucken könnte, versichert Dir hastig mehrmals das alles gut wird. Seine Stimme klingt dabei sehr angespannt und Du bekommst wechselnde Blicke zwischen den Rettern mit. 

 

Wie fühlt sich das für Dich an? 

Du wirst Dich durch diese Worte nicht in Sicherheit fühlen. Im Gegenteil.

Es könnte sein, dass Deine Angst sogar noch gesteigert wird. 

 

Das ist ein verbaler/ nonverbaler Doublebind. Er gibt uns zwei scheinbare Realitäten vor und das verwirrt den Geist. Das oben genannte Beispiel zeigt einen Widerspruch von der verbalen Aussage zu dem nonverbalen Gesichtsausdruck und der Stimme des Arztes.

Unsere Wahrnehmung registriert beides. Das gesprochene Wort wird von uns oft stärker bewertet, doch unser Gehirn registriert auch unausgesprochenes. 

Und ist verwirrt. 

 

Doch weil wir nicht gelernt haben, auf alle Wahrnehmungen zu achten und sie gleich zu bewerten, halten wir uns an dem vom Notarzt gesprochenen Satz fest. 

Und wundern uns zeitgleich über das mulmige Gefühl im Inneren. 

 

Nonverbalität kann sich in Beziehungen auch über eine Handlung ausdrücken. 

Wenn Dir jemand sagt, dass er Dich liebt und Dich zugleich gleichgültig oder gar herablassend behandelt. Dein Partner vergisst laufend Termine, hält Vereinbarungen nicht ein und Du hast den Eindruck, dass Du irgendwie an letzter Stelle stehst. 

Du leidest und weißt vielleicht nicht warum. Du hast das Gefühl, dass Du einen tollen Partner an Deiner Seite hast und ihm nicht gerecht wirst. Viele Betroffene nehmen die Schuld auf sich. 

Kindern geht es ähnlich. Wenn Deine Mutter oder Dein Vater Dir sagen, dass sie Dich lieb haben und der Blick Deiner Eltern leer bleibt oder sie sich sogar abwenden. 

Du, als Kind, wirst die Worte hören, jedoch nicht fühlen können. 

 

Typischerweise wird das Kind die Schuld und Ursache bei sich selbst suchen und denken: “Ich bin nicht in der Lage Gefühle zu fühlen. Ich weiß, dass meine Eltern mich lieben, doch ich kann es nicht fühlen.” 

Traurig aber wahr. Gegebenenfalls nimmst Du diesen Glauben Deiner Kindheit sogar ins Erwachsenenalter mit. Ich kenne viele Menschen, die glauben nicht fühlen zu können, zu dürfen oder sogar regelrecht Angst davor haben, davon überschwemmt zu werden. 

 

Da wir als Menschen leider zu Reinszenierungen neigen, haben Betroffene im Anschluss gegebenenfalls Partner, bei denen sie ähnlich fühlen beziehungsweise “nicht fühlen”, wie in der Kindheit. 

Solltest Du betroffen sein, dann lohnt es sich diesen Widerspruch in Dir aufzulösen. Wenn Du nicht fühlst oder Dir nicht erlaubst zu fühlen, dann nimmst Du Dir einen Teil Deiner Intelligenz weg. Es könnte sein, dass Du gerade dadurch öfter von anderen Menschen an der Nase herumgeführt wirst, als nötig. 

 

Ein weiteres Szenario wäre, wenn Dir ein Freund versichert, dass Du bald einen neuen Partner finden wirst oder Deinen Traumjob und er zeitgleich dabei zweifelnd guckt.

Fühlst Du Dich in dem Fall bestärkt und motiviert? Wohl eher nicht. 

 

Ein Doublebind kann auch auf eine widersprüchliche und sprachliche Art stattfinden. 

 

Im beruflichen Kontext könnten folgende Sätze fallen:

“Ich lasse Ihnen die freie Wahl, doch zeigen Sie es mir bitte anschließend zur Kontrolle”. 

“Zeitlich werden wir den Auftrag kaum hinbekommen, doch ich erwarte ein perfektes Ergebnis.” 

“Nehmen Sie sich die Zeit, die sich brauchen. Doch lassen Sie mich nicht zu lange warten.”

 

Es kann sein, dass Du diese Sätze liest und Dir denkst, dass der Widerspruch offensichtlich ist. Ist er auch, wenn Du das Hintergrundwissen hast und trainiert bist, im Alltag darauf zu achten. Doch wer ist das schon? 

Und gerade Stimmlagen und Gesichtsausdrücke sind oft sehr unterschwellig und nicht leicht erkennbar. Ein Zweifel kann sich flüchtig zeigen und wird von Deinem bewussten Verstand kaum wahrgenommen. Dieses flüchtige Zeigen eines Gesichtsausdruckes nennt man 

Mikroexpressionen. Sie zeigen sich einen Bruchteil einer Sekunde und werden dann schnell versteckt. Doch Dein Unterbewusstsein registriert und interpretiert es. 

Doch es kann leider nicht zu Dir sprechen. 

 

Stattdessen schickt es Dir ein Gefühl. Das Dich verwirrt, weil es nicht zu passen scheint. 

Und da Du es nicht einordnen kannst, ist es sehr wahrscheinlich, dass Du es “wegschiebst” und Dich auf das gesprochene Wort konzentrierst. 

 

Oder bei einem Doublebind der rein sprachlichen Art, konzentrierst Du Dich auf den Teil, der 

mit Deinem Glaubensätzen oder Deinem Wunsch die meiste Übereinstimmung hat. 

 

Doublebinds in der Kommunikation können von Deinem Gegenüber natürlich bewusst sehr manipulativ eingesetzt werden. Gleichzeitig erlebe ich sie oft in Kontexten, bei denen ich mir sicher bin, dass der jeweiligen Person nicht bewusst ist, was sie da macht. 

 

Ist ein Elternteil oder der Partner beispielsweise depressiv oder sehr mit sich selbst beschäftigt, dann merkt er oder sie wahrscheinlich nicht, wie wenig liebevoll er bei dem anderen “rüberkommt”. Manchmal ist es auch ein langjähriger Charakterzug des Gegenübers und gehört zu seiner Persönlichkeit. Das heißt, dieses Verhalten lässt er nicht nur Dir angedeihen. 

 

Es kann sein, dass Dein Gegenüber diese Art der Kommunikation erlernt hat, weil es die Kommunikation seiner Eltern war. Dann sind es unbewusste Muster, die ohne nachzudenken angewendet werden. 

Es könnte auch sein, dass sich der Anwender selbst in der Zwickmühle befindet. Ein Chef bekommt oft Druck von “oben” und gibt diesen an seine Mitarbeiter weiter. Zum Beispiel, dass etwas schnell fertig werden muss und gleichzeitig perfekt sein soll. 

 

Alles verständlich. Dennoch solltest Du es nicht hinnehmen. 

Nach meinen Dafürhalten solltest Du Doublebinds, die Dich verletzen oder Dich in eine Bredouille bringen könnten, auf jeden Fall ansprechen.  

Wenn Du den Mut aufbringen kannst und es in der Situation angemessen ist. 

Ansonsten könntest Du hinterher das Gespräch suchen. 

 

Auf diese Art und Weise gibst Du Deinen Gegenüber auch die Möglichkeit Dir vielleicht seine Zwickmühle zu erklären. Wenn Du nicht gerade einen in Rhetorik geschulten Politiker vor Dir hast, dann unterstelle Deinem Gegenüber erstmal keine böse Absicht. 

Ein Nachfragen Deinerseits muss also kein aggressiver Akt sein, sondern kann zu mehr Verständnis für beide Parteien führen.

 

Sogenannte Mikroexpressionen im Gesicht des anderen zu erkennen, lohnt sich darüber hinaus bei jeder Kommunikation. 

Es gibt 7 Basisemotionen, die bei jedem Menschen weltweit, den gleichen Gesichtsausdruck hervorbringen. Die Erklärung dazu ist, dass der Ausdruck genetisch bedingt ist und nicht kulturell erlernt wurde. 

Passend zu den Gesichtsausdrücken gibt es dazugehörige universelle Körperbewegungen. 

 

Es handelt sich hierbei um die Emotionen: 

Wut, Ekel, Trauer, Freude, Überraschung, Verachtung und Angst. 

2009 startete eine US-amerikanische Krimserie “Lie to me”, die überwiegend mit der Deutung der vorgenannten Expressionen ihre Fälle löste. Ich habe diese Serie geliebt. 

Sie basiert auf den Forschungen von Paul Ekman, das heißt sie hat einen realwissenschaftlichen Hintergrund. 

 

Letztendlich ist es perfider Weise egal, ob Dein Gehirn, diese Mikroexpressionen Dir aufzeigen und benennen kann. Denn Dein Unterbewusstes, genauer gesagt Dein Reptiliengehirn, kann diese uralte genetische Sprache sehr gut entschlüsseln und einsortieren. Doch dieser Teil des Gehirns kann keine Sprache. Er kann nur Gefühle und die wird es Dir vermitteln. Wenn Du Dich darauf einlassen kannst. 

 

Nach diesem Blogbeitrag könntest Du Deine Beziehungen zu Deinen Freunden, Eltern, Arbeitskollegen, Nachbarn & Co. mal hinterfühlen. Achte darauf was sie und wie sie etwas sagen. 

Schärfe Deine Wahrnehmung im Alltag. 

Vielleicht wird es dann in Zukunft die eine oder andere Gelegenheit geben, in der Du einen Doublebind erkennst und entschärfen kannst. 

Und bei allen Ermittlungen bitte ich Dich, wie immer, unterstelle niemanden eine böse Absicht! Vieles ist anerzogen, gelernt oder unreflektiert. 

 

Freue Dich einfach, dass Du diese Muster erkennen kannst. Wenn Dein Gegenüber aufgeschlossen ist, dann teile Dich Deinem Gegenüber mit. Vielleicht ergibt sich dadurch sogar eine neue Basis. Wenn nicht, dann bleibe sachlich und frage, gerade bei Arbeitsaufträgen, so lange nach, bis die Antwort eindeutig ist. 

 

Achte auch auf Dich und Deine Wortwahl. Wenn Du einen Freund, Freundin oder Dein Kind ermutigen möchtest, dann leg keinen Zweifel oder Traurigkeit in Deinen Gesichtsausdruck. Ansonsten kannst Du Dir Deine Worte sparen. Du könntest dem anderen sogar damit weh tun. 

Kennst Du das, wenn Dein Gegenüber Dir vielleicht sogar sagt: “Du glaubst nicht an mich.” Und was machst Du dann? Du sagst, “Doch natürlich, ich habe doch gesagt, ich glaube an Dich!” 

 

Hier hat das Unterbewusstsein Deines Gegenübers Dich durchschaut. Mit diesem kleinen Schlenker zu Deinem Verhalten, möchte ich Dir bewusst machen, dass Doublebinds auch einfach so im Alltag ohne böse Absicht geschehen können. 

 

Achte auf das, was andere machen und lasse aufkommende Gefühle zu. Doch beobachte Dich auch selber. 

Wenn Du diesen Beitrag kommentierst, freue ich mich. 

 

Alles Liebe! 

Tanja

 

Bildquelle: Pixabay

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In meinem letzten Webinar habe ich darüber gesprochen, das ich herausgefunden habe, dass uns, den Menschen in Deutschland, die Fähigkeit für Bindungen und Beziehungen mit Absicht nicht beigebracht wurde beziehungsweise aberzogen wurde. Damit wir höriger wurden und uns besser führen ließen. 

Angefangen hat es bereits im ersten Weltkrieg, doch Hitler hat es auf die Spitze getrieben, indem er systematisch viele seelisch oder körperlich dauerhaft Kranken einfach ermordet hat. Psychiatrien gab es nach dem zweiten Weltkrieg kaum noch.

Natürlich gab es Unmengen von traumatisierten Menschen, doch jeder wusste, dass der Nationalsozialismus nichts für schwache Menschen übrig hatte. Hitler war ein Anhänger Darwins, dessen Theorie sinngemäß besagte, dass nur die Starken überleben. Diesen Prozess wollte Hitler fördern.

Soldaten, die nicht in den Krieg zurück wollten, wurden gefoltert.  Im ersten Weltkrieg galt es als Landesverrat und wurde mit dem Zuchthaus geahndet. 

Es galt der Satz: 

“Ein Soldat hat mehr Angst vor seinem Offizier als vor dem Feind.” Hitler bestrafte diese Soldaten sogar überwiegend mit dem Tod. Das Schwache musste weg und er zwar möglichst von der Wiege an. Säuglinge wurden derart psyschisch verwahrlost, dass sie kein Vertrauen in die Welt und die Gemeinschaft entwickeln konnten. Hitler propagierte ein Buch von Johanna Haarer “Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind.” Es wurde millionenfach verkauft und war ein Bestseller. 

Zwischenzeitlich weiß man, dass es eine Anleitung ist, einen Menschen Bindungs- und Beziehungsunfähig zu machen. 

Auf “haltlose” Menschen konnte Hitler besser Einfluss zu nehmen. Sie sehnen sich nach einer geregelten Gemeinschaft und er konnte noch mehr ein Führer sein. 

In dem Ratgeber dieser Zeit sollten Säuglinge nach ihrer Geburt erst 24 Stunden später ihre erste Nahrung bekommen. Gestillt wurde sowieso nur an einer Brust und das maximal 20 Minuten. Frühestens nach drei, doch besser noch nach vier Stunden, gab es die nächste Nahrung. Baby durften gewickelt werden und sollten dann beiseite gelegt werden. Sie sollten von Anfang an erfahren und lernen, wer das “sagen” hat. In der Nacht mussten sie für acht! Stunden alleine sein. Es gab weder liebevolle Berührungen noch Trost, wenn das Baby schrie. 

Derart unterversorgte Säuglinge und Kinder befinden sich in einem ständigen Mangel. Das kann sich wohl jeder vorstellen. 

Die Konsequenz ist, dass die kleinen Wesen auf der einen Seite eine sehr große Sehnsucht nach Geborgenheit, Liebe und Fürsorge habe und gleichzeitig lernen sie, diese zu vermeiden. Es tut einfach weh, wenn der andere nicht reagiert. Du bettelst quasi und keinen interessiert es. 

Außerdem kann sich zeitgleich eine sehr große Wut entwickeln, weil andere Menschen so eine große Macht über Dich haben. Diese erstreckt sich manchmal auf Dein Umfeld und gelegentlich richtest Du sie auch auf Dich, weil Du wütend über Deine eigene Bedürftigkeit bist. Scham kann sich auch noch daneben stellen, denn andere Menschen scheinen so viel weniger bedürftig zu sein. 

Menschen, die eine solche Kindheit hatten, tun sich schwer mit Beziehungen und Bindungen jeglicher Art. 

Kommunikation und der Umgang mit Anderen scheinen energieraubend und schwierig. Geschäftsbeziehungen oder nüchterne Beziehungsstrukturen sind leichter. Diese sind klar strukturiert und vereinbart. Es kommen keine Gefühle darin vor, die mal so und mal so sind. Und auf die scheinbar oft kein Verlass ist. 

Heutzutage weiß man, dass Gefühle zulassen und Bindungen eingehen zu können Fähigkeiten sind, die idealerweise in der Kindheit gelernt werden. Es geht nicht darum, dass es nie seelische Schmerzen gibt, sondern eher darum, dass du gelernt hast, Deine Wunden zu versorgen. Und das Du Gewissheit hast, wieder Ganz zu werden. 

Viele Menschen können das nicht und haben deswegen große Angst vor sozialen Beziehungen. 

Zum anderen weiß man, dass es für Dein “Ich-Gefühl” überlebenswichtig ist, dass Du als Baby so einfache Sachen wie Berührungen und Augenkontakt bekommst. 

Du kannst auf YouTube einige grausame Experimente des Säuglingsforschers und Psychoanlytikers Rene Spitz sehen. Wenn Du jemand bist, dem Bilder unangenehm im Gedächtnis bleiben, dann google besser nur, wenn es Dich interessiert.

Gott sei Dank werden Menschen in Deutschland von Generation zu Generation wieder “weicher”. 

Weich heißt in meinen Augen nicht schwach. Im Gegenteil, nur wer flexibel ist kann sich nach einem Angriff wieder aufrichten. Eine Eisenstange kannst Du nur verbiegen, wenn Du sie vorher weich machst. Ansonsten bricht sie. Bist Du starr im Geist und Gefühl, dann kannst auch Du leicht zerbrechen. 

Lange Zeit hat man gedacht, dass das Gehirn – einmal ausgebildet – unveränderbar ist. Heute weiß man, dass das glücklicherweise nicht so ist. 

Bist Du in einer Familie aufgewachsen in der es an Liebe und Geborgenheit gefehlt hat? Dann verzeihe Deinen Eltern, wenn Du kannst. Wir Deutschen haben eine Reise hinter uns, die uns ein reges Gefühlsleben nicht erlaubt hat. 

Ja, manchmal sind wir sogar unangenehm berührt, wenn wir erleben, wie andere Länder ihre Gefühle fast schon zur Schau stellen. Das geht mir auch so. Doch was genau berührt uns so unangenehm? Wir müssten es nicht mögen, doch warum schämen wir uns stellvertretend? 

Gefühle dieser Art zeigen uns meines Erachtens immer, dass dort noch tiefer eigener Schmerz sitzt, der dadurch angesprochen wird. 

Leider fördern die sozialen Medien heutzutage wiederum die Isolation und beeinflussen das Bindungsverhalten auf eine ungünstige Art und Weise. 

Es ist denkbar, dass zum Beispiel ein Kind kein gutes Beziehungsverhalten von seinen Eltern oder Bezugspersonen lernt. 

Da man sich heutzutage gut hinter seinem Handy oder dem PC verstecken kann, fällt es weder auf, noch wird die Beziehungsfähigkeit des Kindes trainiert. Ein Wachstum, ein sich Weiterentwickeln und soziales Lernen findet demnach nicht statt. 

Wenn ein Mensch digital nicht erreichbar sein möchte, muss er das so auch nicht. Er antwortet einfach nicht. 

Auf diese Art und Weise verstärkt sich die mangelnde Kommunikations- und Bindungsfähigkeit noch mehr.  Anschließend beginnt der Jugendliche eine Ausbildung und erlernt einen Beruf. Da die Bindungsfähigkeit nichts mit Intelligenz zu tun hat, kann es sehr gut sein, dass er ein Meister seines Fachs wird. 

Wenn er (und andere) Pech haben, hat er viel mit Menschen zu tun und womöglich noch Führungsaufgaben. 

Ein Dilemma der heutigen Zeit …

Der Umgang mit seinen Gefühlen und der Gefühlen von anderen Menschen, Kommunikation und Beziehungen sind erlernbare Fähigkeiten, die sich lohnen.

Du machst Dir und anderen das Leben leichter, wenn Du Dich darauf einlässt. 

Es wird immer Menschen geben, die Dir weh tun oder anders handeln als Du es möchtest. 

Auch wird es immer wieder Situationen geben, in denen Du anders handeln möchtest, als andere Menschen es von Dir erwarten. In diesem Fall bringst Du anderen den Schmerz.

Ein “wegducken” bringt Dir vielleicht eine kurzfristige Erleichterung, doch es bringt Dir noch mehr, wenn Du die Fähigkeiten lernst, die dem Problem dauerhaft ein Ende setzen. Was sagst Du dazu? Schreib mir gerne einen Kommentar, weil mir Deine Meinung wichtig ist. 

Deine Tanja

Bildquelle: Pixabay

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